Kaffeeklatsch im Jahr 2090

Von Katharina Kühne, Julia Schweiger und Tamara Weidinger

Transhumanismus – Philosophie oder schon bald Realität? Wir werfen einen Blick ins Jahr 2090 und hören, was in 71 Jahren schon alles möglich sein könnte.

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Filter Bubble

von Studierenden aus dem Sommersemester 2019

Eli Pariser beschreibt 2011 den Begriff „Filter Bubble“ in seinem gleichnamigen Buch. Der Effekt entsteht, wenn
Webseiten durch Algorithmen das Surfverhalten der Nutzer analysieren und auf Basis dieser Daten weitere relevante Inhalte vorhergesagt werden, die für den Nutzer relevant sein könnten. Welche Gefahren die Filterblase
birgt und wie du sie vermeiden kannst, erfährst du in diesem kurzen Clip.

Anmerkung Angelika Beranek: Ob und in welcher Form es eine Filter Bubble gibt ist in der Wissenschaft umstritten. Gesprochen wird u.a. vom Filter Clash.

Homo Deus

von Robert Freudenberg, Korinna Petersen, Sezen Sürer

Über das letzte Jahrhundert hinweg hat sich die Menschheit Hunger, Seuchen und Kriegen erfolgreich gestellt. Aus Erfolg wird Ehrgeiz: als nächstes stehen Unsterblichkeit, grenzenloses Glück und gottgleiche Schöpfungskräfte auf der To-Do-Liste.

Unser Film skizziert die Geschichte der Menschheit und die nächste Stufe der Evolution, die Utopie des Homo Deus und wirft damit unzählige Fragen auf:

– Wie weit sind wir auf diesem Weg, dem Zeitstrahl der Geschichte zum Homo Deus aktuell fortgeschritten?

– Was ist wertvoller, Intelligenz oder Bewusstsein?

– Kann Bewusstsein die Intelligenz fördern, oder schafft es Intelligenz bewusster zu leben?

– Sind Organismen wirklich nur Algorithmen und ist Leben nur Datenverarbeitung?

– Was wird aus unserer Gesellschaft, unserer Politik, uns unserem Alltagsleben, wenn nicht bewusste, aber hochintelligente Algorithmen, uns besser kennen als wir uns selbst?

– Würde ein glückliches Leben mehr auf Intelligenz und funktionierender logischer physischer Überlebensstrategien oder mehr auf Bewusstheit und Fähigkeit basieren, die Sinne spüren, genießen und empathische Interaktion leben zu können?

– Gestalten wir eine binäre Eiszeit, in der Daten, gleich einem Gletscher, alles Leben einfrieren?

Das Medium ist die Botschaft

Von Joshua Schrupp

Der Titel „Das Medium ist die Botschaft“ lässt bereits erkennen, dass es sich um eine Arbeit über Marshall McLuhan handelt. Ich habe McLuhans Schaffen als Steinbruch für Ideen verwendet und bin dabei auf das Wechselspiel aus neuen und alten Medien, sowie auf die Vorhersage der Welt als globales Dorf eingegangen. Während des Chorus sieht man Marshall McLuhan in unterschiedlichen Radio- und Fernsehtalkshows aus den 60er und 70er Jahren.

Medientheorien Memory

von Tanja Feldmann und Alina Schiessl

Aus der Fülle der Medientheorien haben wir uns fünf prägnante Aussagen/Gedanken von drei bekannten Medientheoretikern (McLuhan, Postman, Kittler) ausgesucht und diese nach unseren Vorstellungen mit den Medien unserer Zeit in Bildern verbunden.

Somit lässt sich in unserem Memory zu jeder Aussage ein passendes Bild finden.

https://matchthememory.com/simple/medientheorien

Wir haben uns bewusst nicht nur auf eine Medientheorie begrenzt, um verschiedene Sichtweisen und Gedankengänge und die hiermit verbundene Bandbreite des Medienverständnisses/-begriffs darzustellen.

Infotainment für Anfänger

von Jorid Goetschl und Lina Fiedler

Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen verbringt heutzutage viel Zeit in der digitalen Welt. Dabei werden sie von Tonnen an Information überschüttet, von denen viele nicht der Wahrheit entsprechen – sogenannte Fake News. Neil Postman hat dieses Phänomen bereits früh erkannt und stark kritisiert. Um Kinder zu mündigen Usern des World Wide Webs auszubilden, ist die kritische Auseinandersetzung mit Medien bereits in frühen Jahren wichtig. Leider sind Texte oder Videos von/über Medientheoretiker*innen oft selbst für Erwachsene schwer zu verstehen. Wir haben uns deswegen die Frage gestellt, wie Peter Lustig das Phänomen Infotainment kindgerecht erklärt hätte und haben eine eigene kleine Version dazu gedreht. Viel Spaß!

Walter Benjamin

von Paulina Macknapp

„Hallo! Mein Name ist Walter Benjamin und ich habe mich in den 30er Jahren unter anderem mit der Wirkung beschäftigt, welche technische Medien, wie zum Beispiel Fotografie und Film, auf die Kunst und damit auf die Gesellschaft hatten.

Vorab muss ich zugeben, dass Einordnungsversuche meiner Denkweisen in Philosophie-, Literatur- und Geschichtswissenschaften zwar auf jeden Fall ihre Berechtigung haben, trotzdem fällt eine eindeutige Zuordnung sehr schwer – mein Denken sperrte sich nun mal gegen jede Art von System.

Ich hatte zum Beispiel einmal die Idee, ein Buch zu erschaffen. Aber nicht nur irgendeins – aus gesammelten Zitaten sollte es bestehen. Ich wollte so Textstücke aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang reißen und ihnen in völlig anderer Zusammensetzung eine ganz neue, eigene Bedeutung schenken.

Obwohl sich Medien thematisch immer wieder in meinem gesamten Werk finden, ist mein Sammelsurium an Medientheorien recht dünn. Dazu gehören lediglich Texte wie:„Kleine Geschichte der Photographie (1931)“ und „Der Autor als Produzent (1934)“.

Damit ist die Kernthese meines zentralen Aufsatzes „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ von 1936 gemeint. „Idyllisch“ ist hier natürlich zynisch zu verstehen, denn ich ging davon aus, dass der technische Fortschritt der Fotografie und des Films Kunstwerke reproduzierbar machten und damit das hier und jetzt der Kunst, also sein einmaliges Dasein und seine ECHTHEIT angriffen.

Diesen Bruch mit der kulturellen Tradition nannte ich „den Zerfall der Aura“. Zerfall ist ein negativ behaftetes Wort – ich sah darin vor allem auch ein revolutionäres Potential der Fotografie und des Films, woran sich herkömmliche Kunst messen musste.  Ich fand das eigentlich gar nicht so schlecht, gar kathartisch, denn die technische Reproduzierbarkeit trennte erstmals in der Geschichte das Kunstwerk von seinem Dasein als Ritual und sorgte somit dafür, dass dessen Ausstellbarkeit wuchs. Brecht, mein alter Freund, fand‘s nicht ganz so gut. Also idyllisch war das wirklich nicht, eher mystisch, würde Brecht sagen! Aber was rede ich hier so viel, denkt doch selbst darüber nach! Macht ihr doch tagtäglich so viele Fotos mit euren kleinen, schwarzen Kästchen.

Hochachtungsvoll,

Benjamin“

Literatur: 

Klook, Daniela/ Spahr, Angela (20002): Medientheorien. Eine Einführung, Wilhelm Fink Verlag: München.

Roselli, Antonio (2017): Walter Benjamin. Philosophie für Einsteiger, Wilhelm Fink Verlag: Paderborn.

KLARTEXT: Walter Benjamins „Zeitalter der Reproduzierbarkeit“

The Walk

Von Sarah Pfläging

The Walk ist ein Spaziergang durch die zwei Arten von Welten in der wir leben. Der Kurzfilm ist in Anlehnung an Neil Postmans Medienökologie.
Zum Einen gibt es die natürliche Umwelt mit Bäumen, Wiesen, Wolken usw. und zum Anderen die symbolische Umwelt die aus Medien, wie beispielsweise Fernsehkameras, Computern und Fotos, besteht. Die Medien sind nicht einfach nur Maschinen sondern bringen eine Umwelt hervor. Sie prägen unser Denken und unsere Verhaltensweisen. Die damit einhergehende tägliche Flut an Informationen, ist größtenteils Informationsmüll, so sagt Postman.
Die verschiedenen Welten und die Flut an Informationen, die über uns täglich hineinprasseln, werden in dem Kurzfilm veranschaulicht.

Der Kurzfilm besteht aus 590 Fotos und ist
eine Art digitales Daumenkino.
Alle gezeichneten Symbole sowie
Hintergründe im Kurzfilm sind von Sarah selbst
gezeichnet.