Zukunftspodcast: Ein ganz normaler Montagmorgen… in 50 Jahren

Miriam Batki, Sara Funk, Andreas Kühnl und Jerome Wohlfarth

Mit dem „Zukunftspodcast: Ein ganz normaler Montagmorgen… in 50 Jahren“ wurde in Anlehnung an die Theorie des Transhumanismus eine Interaktion zwischen einem Menschen und seinem Sprachassistenten Sari dargestellt. Die vielfältigen, neuen Möglichkeiten tragen dabei nur bedingt zur Freude der Hauptfigur Rändi bei. Viel Spaß beim Anhören.

Um Barrierefreiheit zu gewährleisten bieten wir eine Transkription des Podcasts.

Es folgt die Transkription des Nachrichten-Podcasts. Sara spricht dabei die Rolle der Sprachassistenz “Sari”. Sie begleitet “Rändi”, welcher von Andi gesprochen wird. Miriam ist die Nachrichtensprecherin und Jerome stellt die Stimme der Werbepausen.
Wecker klingelt
Sara: Guten Morgen Rändi, es ist schon wieder Montag, der 28. Juli 2070.
Laut dem von deinem Chef gestellten Wecker, solltest du langsam aufstehen. Falls du deinen Newsfeed nicht hören möchtest, hast du 3 Sekunden Zeit um “Nein” zu sagen.
Andi: “Nein” (verschlafen)
Sara: Alles klar, dein Newsfeed startet jetzt.
Andi: “Och komm schon”
Nachrichtenmelodie
Miri: Regionales. Im bayrischen Landkreis Ebersberg ist es der Polizei gestern nacht endlich gelungen,
den Gen-Hacker-Ring zu zerschlagen. Das Kollektiv startete seit mehreren Wochen gezielte
Cyberangriffe auf Reproduktionskliniken, wodurch sie unbegrenzten Zugriff auf die hiesigen
Gendatenbanken erhielten. Mehrere hundert Wunschnachkommen mussten neu konfiguriert
werden. Der deutsche Verband für Reproduktionstechnologie spricht von einem dadurch
entstandenen Schaden im hohen sechsstelligen Bereich.
Wie die Polizei es geschafft hat, den Ring zu überwältigen, beschreibt deren Pressesprecher auf Twitter: “Mit Hilfe der gedankengesteuerten Stechmückendrohnen ist es uns gelungen, die Täter durch Injektionen für kurze Zeit außer Gefecht zu setzen. Dieser Zeitraum war ausreichend, um die RobotForce das Gebäude sichern zu lassen und die Hackerbande festzusetzen.” Alle 17 mutmaßlichen Täter wurden festgenommenen und befinden sich derzeit im analogen Gefängnis Stadelheim.
Nachrichtenmelodie
Andi: murmelt “Geschieht ihnen recht”
Sara: Der Verkehr auf deinem Arbeitsweg:
Miri: Warn-Apps der Verkehrsüberwachung melden ausgebrochene lila Kühe auf der A92 Richtung
Flughafen. Die genetisch neuen Kühe sind aus ihrem sterilen Stall entlaufen. Die Ursache dafür ist noch ungeklärt. Laut dem Pressesprecher der Trinkschokoladenfabrik sei ein technischer Defekt der Schließanlage denkbar. Er entschuldigt sich außerdem für die Unannehmlichkeiten. Die äußerst empfindlichen Tiere wirken durch die für sie fremde Umgebung überfordert und reagieren panisch.
Nachrichtenmelodie
Sara: Es kommt zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen, daher wird deine Route entsprechend angepasst. Die Umfahrung dauert ca. 15 Minuten länger. Aber keine Sorge, ich habe dich bereits entsprechend früher geweckt.
Andi: Ganz toll Sari, ich bin so stolz auf dich.
Werbungsmelodie
Jerome: Reicht es ihnen nicht mehr sich nur im Spiegel zu sehen?
Wollten sie schon immer wissen wie es ist mit sich selbst zu schlafen?
Dann haben wir jetzt das richtige für sie.
Wir von Switchlove bieten unseren Premium Mitgliedern die Chance dies zu erleben. Unser einmaliges Kennenlernangebot, nur einer der Teilnehmenden muss unseren Service buchen, danach können sie jederzeit zwischen ihren Geistes-Hubs switchen. Spüren sie wie es ist mit sich selbst Spaß zu haben.
Sara: Du hast heute drei Meetings, solltest dir aber einen luftigen Anzug aussuchen, denn wie jedes Jahr Ende Juli hat der deutsche Wetterdienst beschlossen, die Temperaturen zwischen 26 und 31
Grad schwanken zu lassen. Wie gewohnt wird es in den Nächten von Dienstag auf Mittwoch und von Donnerstag auf Freitag ausgiebig regnen.
Werbungsmelodie
Andi: Ernsthaft, schon wieder Werbung?
Jerome: Zum 50. Jubiläum der Corona Pandemie bieten wir von Small Hands – Wir geben Kindern Arbeit, eine retro Gesichtsmaske mit ihrem Lieblingsmotiv an. Leere Supermarktregale, überfüllte
Parks, Klopapierrollen, ihr Lieblingskonferenztool und noch vieles weitere steht zur Auswahl. Natürlich sind alle unsere Masken mit Bluetooth ausgestattet, das ihre Sprachassistenz ungestört mithören kann. Die Gewinne werden in die Schulausbildung unserer Mitarbeitenden investiert.
Geben Sie einem Kind eine Chance, helfen sie mit. Mit dem Masken-Abo haben sie jeden Tag eine frische Maske im Briefkasten, Lästiges waschen fällt also weg.
Sara: Möchtest du ein Abo abschließen?
Andi: “Nein Sari ich will kein Abo abschließen.”
Sara: Danke Rändi, ich habe ein Abo abgeschlossen.
Andi: “Oh maaaan!”
Sara: Falls du in Zukunft keine Werbung mehr in deinen Nachrichten erhalten möchtest, kannst du auf unseren Premium Service Upgraden.
Andi: “Ja besser wärs wahrscheinlich.” steht auf

Schneewittchen 2.0

Eine humoristische Fortsetzung des Märchens Schneewittchen, angelehnt an die Aussagen von Neil Postman über „Das Fernsehen als bildbestimmendes Medium“ und die Parallelen zur heutigen sozialen Plattform Instagram .

Photo by cottonbro on Pexels.com

Es war einmal eine wunderschöne Königstochter mit einer Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und mit Haaren so schwarz wie Ebenholz. Bekannt ist sie unter dem Namen Schneewittchen. Seit Ihr das letzte Mal von ihr gehört habt hat sich viel verändert. Schneewittchen wurde nicht nur die Ehefrau ihres Prinzen, sondern auch Mutter zweier Kinder. Zudem hat sich in der Märchenwelt viel verändert. Es gehört schon längst der Vergangenheit an, sich per Brieftaube oder Bote über die neusten Geschehnisse in der Märchenwelt auszutauschen. Der neuste Schrei ist „fairygram-share your magical life“ wo u.a. auch Berühmtheiten der Märchenwelt, wie Schneewittchen Bilder aus ihrem Leben teilen. Die
beliebtesten Nutzerinnen sind bekannt unter dem Namen fairys. Je mehr fairydust eine fairy durch andere Nutzerinnen erhält, umso höher fällt ihr Beliebtheitsstatus aus. Momentan staubt blondgirl_ofthetower am meisten fairydust ab, welche Ihr vermutlich unter dem Namen Rapunzel kennt. Lange blonde Haare, gebräunte und glatte Haut und ein perfekt
proportionierter Körper vollenden das Bild der perfekten Hausfrau. Auch das Familienleben scheint makellos zu sein, da auf allen Bildern eine vermeintlich glückliche Familie abgelichtet ist. Schneewittchens Leben ist jedoch so gar nicht fairygram tauglich. Seit der Geburt ihrer Kinder sieht ihr Körper nicht mehr so aus wie früher, die Kinderbetreuung macht ihr zu schaffen und sie kommt mit dem Haushalt nicht hinterher, was ihr der einst so liebevolle Traumprinz auch oft vorhält. Insgeheim ist es ihr Wunsch so viel Ansehen wie Rapunzel auf fairygram zu erlangen. Beim Versuch ihr Leben fairgram tauglicher zu machen, leidet die Familienharmonie und die Freundschaft zu den 7 Zwergen sehr. Einige Zeit später trifft Schneewittchen im Biosupermarkt der 7 Zwerge auf Rapunzel. Voller Entsetzen stellt sie fest, dass Rapunzel gar nicht den Bildern von fairygram entspricht. Auch Rapunzel geht also im Schlabberlook mit
ihren nicht allzu braven Kindern einkaufen. Schneewittchen wird bewusst, das Bilder nur Momentaufnahmen, wie der Blick in den Spiegel sind und keinesfalls das ganze Leben abbilden. Sie möchte sich selbst wieder treu sein und sich nicht nach den Vorstellungen der fairyduster verändern müssen, um Einblicke in ihr Leben teilen zu können. Schneewittchen
begriff also, dass es um so viel mehr geht, als nur gut auszusehen und sympathisch zu wirken und lebte fortan bis an ihr Lebensende gemeinsam mit ihrer Familie und sogar ein bisschen mehr fairydust glücklich und zufrieden in der Märchenwelt.

von Nikola Ries und Leonie Ganterer.

Zuordnungsspiel „heiße“ und „kalte Medien“ nach McLuh

Marshall McLuhan differenziert zwischen heißen und kalten Medien.

Demnach sprechen heiße Medien nur einen Sinn an und sind sehr detailreich. Kalte Medien hingegen liefern weniger Informationen und benötigen vom Nutzer mehr Eigenbeteiligung und Interpretation.
Im folgenden Zuordnungsspiel sollen die aufgelisteten Medien in die jeweiligen Kategorien „heiße Medien“ und „kalte Medien“ zugeordnet werden. Dabei gibt es Medien, die in beide Kategorien passen können und somit teilweise zweimal auftauchen.

Hier geht es zum Zuordnungsspiel

That’s infotainment

Katharina Hermes, Helena Schmidt-Rios, Lucia Thüroff, Theresa Wagner

Dieses Video greift die umfassende Medienanalyse von Marshall McLuhan auf und zeigt im Zeitraffer bzw. in einzelnen Ausschnitten die immer schneller werdende Entwicklung von Medien. Zum Ende hin wird dies verknüpft mit Ansätzen von Neil Postman zur Informationsüberflutung.

Es beginnt mit sehr überschaubaren Darstellungen des alltäglichen Lebens, zeigt die orale Verbreitung von Informationen, geht über zur erleichterten und schnelleren Verbreitung von Inhalten durch die Erfindung des Buchdrucks. Durch die Industrialisierung wird eine Beschleunigung erreicht, welche sich im elektronischen Zeitalter bis hin zur aktuellen Lage des „Global Village“ immer mehr verstärkt, bis zu einer Menge und Geschwindigkeit an Informationen, welche die Akteurinnen an die Grenze ihrer Kapazitäten bringen.

Game over!

Medien als Erweiterungen unseres Selbst

Wir wollen mit unserer „Onlineprofilseite des Gehirns“ an die Theorie McLuhans
anknüpfen. Für ihn sind alle Medien Erweiterungen bzw. Ausweitungen irgendeiner
menschlichen Fähigkeit – psychisch oder physisch. Zitiert nach Baumgärtel gibt es
folgenden Beispiele:
„[…] das Rad als Ausweitung des Fußes, die Kleidung als Ausweitung der Haut,
das phonetische Alphabet als Ausweitung des Auges […]“ (Baumgärtel 2017, S. 36).
Wir beziehen uns ausschließlich auf den Aspekt der Ausweitung. Außen vor, lassen
wir hier die These, dass jede Ausweitung auch eine Selbstamputation des Körperteils
für McLuhan bedeutet.
In unserem Profil sucht das Gehirn, in Anbetracht seiner Grenzen, nach „Jemandem“
der oder die seine Fähigkeiten ausweiten, erweitern oder ergänzen kann. Wenn da
nicht das Smartphone die passende Wahl wäre! Es ist mehr als das Gehirn hätte
hoffen können, denn das Smartphone könnte eine fast komplette Ausweitung
unseres Körpers einnehmen. Allerdings immer im Hinblick auf die „Partnerschaft“ die
es dafür braucht. Die Beziehung bedingt sich gegenseitig und agiert miteinander.
Quelle:
Baumgärtel, Tilman (2017) Texte zur Theorie des Internets. Ditzingen: Reclam

Marie- Therese Köck und Judith Ballon

Die Macht der Kommunikationsmedien – Eine Lyrik

Hintergrund zum Entstehen des Gedichtes war die Vorbereitung durch das
Lesen von bestimmter Literatur (siehe Quellen).
Einige Zitate wurden dafür herausgenommen oder paraphrasiert.
Die Konzentration hierbei ist auf Virilios Dromologie und daraus die „Macht
der Kommunikationsmedien“ gelenkt. Die Kommunikation, laut Hartmut
Rosa, lässt sich im Bereich der technischen Beschleunigung einordnen.
Diesbezüglich wurde in der Literatur nach der Verbindung „Kommunikation –
Beschleunigung – Macht“ recherchiert.
Folgend soll beispielhaft aufgezeigt werden, aus welchen Vorüberlegungen:
1.1. Aus dem Buch „Medientheorien“:
„Dromologie ist auch als transhistorischer Versuch gesehen,
gesellschaftliche Verhältnisse über alle Zeiten hinweg zu analysieren.“
(Kloock et. al. 2012, S. 133)
„Virilio stellt die provokante These auf, dass die Geschwindigkeit die
verborgene Seite des Reichtums und der Macht ist. (ebd. 2012, S. 134)“
Nachrichten, Informationen bzw. deren schneller Transport war historisch
schon immer wichtiger als Besitz- oder Produktionsverhältnisse (vgl. ebd.
2012, S. 134).
„Medien sind somit der Dreh- und Angelpunkt über die Geschichte sich
verändernder Geschwindigkeiten beschrieben und analysiert werden kann.“
(ebd. 2012, S. 135)
1.2. Aus dem Buch „Beschleunigung und Entfremdung“ u.a.:
Kommunikation benötigt nur noch einen Bruchteil der Zeit, die noch vor
einem Jahrhundert nötig war. Angeblich, laut Karlheinz Geißler ist die
Geschwindigkeit der Kommunikation im 20.Jahrhunderts um den Faktor 10
hoch 7 gestiegen (vgl. Rosa 2019, S. 19-21 / Geißler 1999, S. 89 / Täubrich
1999, S. 105).
Vor 30 Jahre schrieben wir am Arbeitsplatz in 2 Stunden 10 Briefe. Heute
durch den Emailverkehr benötigen wir dafür eventuell nur eine Stunde.
Normalerweise würden wir sagen, wir hätten nun eine Stunde Freizeit
gewonnen. Doch der elektronische Briefverkehr hat sich in der heutigen Zeit
verdoppelt, oder sogar verdreifacht. Aus 10 Emails pro Arbeitstag sind
vielleicht schon 70 geworden? Wir benötigen also weitaus mehr Zeit für die
Kommunikation als vor der Einführung des Internets (vgl. Rosa 2019, S. 31 –
32).
Warum ist das so?
Die Antwort ergibt sich aus einem einer Zeitknappheit, welche angetrieben
wurde durch einen Zeithunger entstanden in der technologischen Revolution
der Industrialisierung und der modernen Digitalisierung. Schon früh in der
Zeitgeschichte, (in der frühen Neuzeit), wurde versucht die
Kommunikationsprozesse zu beschleunigen (vgl. Rosa 2019, S. 32 – 35).
• Rauchzeichen (35 000 v. Chr.)
• Brieftauben (5000 v. Chr.) – Sumerer nutzen Tauben als Überbringer
von Nachrichten /damals mit Bildsprache übermittelt / wirtschaftlicher,
militärischer und politischer Bedeutung
• Boten (2400 v. Chr.) Ägypter erfinden den ersten Kurierdienst
• Morsecode (1837) Samuel Morse erfindet den ersten Telegrafen
• Telefon (1876) Alexander Graham Bell meldet sein Telefon als Patent
an
• Radio (1909)
• Fernsehen (1931) Manfred von Ardenne
• PC (1965) – E-Mail (1971)
• Handy (1983)
• Internet (1989) World Wide Web
• SMS (1992)
• Smartphone (2007)
Wenn wir dies alles beachten müssen wir als auch Gründe für die
Beschleunigung suchen (vgl. ebd. 2019 S. 34)
Einer der Gründe ist das Einsetzten der kapitalistischen Ökonomie. Die
Beschleunigung der Kommunikation ist folglich aus der
Wettbewerbsorientierung eines kapitalistischen Marktsystems entsprungen
(vgl. ebd. 2019 S. 35).
Posthumanismus beinhaltet den genetisch veränderten Menschen in seiner
Zukunftsvision – Menschen müssen sich zur noch mehr Schnelligkeit
verändern (vgl. Woll 2013, S. 45 -46)? Ist das das Fazit der Macht der
Kommunikationsmedien? Wie wird es weitergehen mit dem Streben nach
Geschwindigkeit? Zum Beispiel durch Kommunikation in Form von
Telepathie?

Lex Schwarz

Post-Privacy / No Privacy?

Die Daten von Internetnutzer*innen gelten schon längst als die wertvollste Ressource auf dem Planeten. Das heutige Internet ohne das Abgreifen dieser Daten durch Dritte? Kaum vorstellbar. Ein Post-Privacy-Zeitalter, in dem der Datenschutz nicht mehr greift und es keine Privatsphäre gibt?
Beängstigend.
Mit meinem Video möchte ich im ersten Teil den scheinbar unumgänglichen Abgriff von Daten darstellen und im zweiten Teil einen kritischen Blick auf eine Post-Privacy Zukunft werfen.

Philipp Kunow

Der Mensch im Medienwahnsinn – eine Reflexion

Das Video mit dem Titel „Der Mensch im Medienwahnsinn – eine Reflexion“ beschäftigt sich mit der Aussage „Wir informieren uns zu Tode“ von Neil Postman, einem bedeutenden US-amerikanischer Medienwissenschaftler (1931 – 2005). Ausgehend von einem seiner wichtigsten Bücher mit dem Titel „Wir amüsieren uns zu Tode“ – einer Dystopie, in der Neil Postman mit literarischen Bezugspunkten zu Huxley und Orwell eine kongeniale Zeitdiagnose zur Beziehung von der amerikanischen Gesellschaft und ihren Massenmedien formulierte, entwickelte er seine Theorie weiter und
bereicherte im Jahre 1992 seine Thesen um einen neuen Aspekt: „Wir informieren uns zu Tode“. Hier kritisiert Postman als Vertreter der sog. Medienökologie nicht nur den Informationsüberfluss an sich, sondern kommt zum Schluss, dass insbesondere die sozialen und kulturellen Verhältnisse für die mediale Umweltverschmutzung verantwortlich
sind. Die Menschen sind nicht mehr imstande, ein verlässliches Wertesystem aufrecht zu erhalten, das ihnen im Umgang mit der Fülle an Informationen zur Orientierung und Einordnung selbiger dienlich sein kann.
Der Film möchte jedoch nicht nur dem Sterben der Menschheit, sondern auch der Frage nachgehen, welche Rolle jede*r Einzelne in einer Gesellschaft, die sich aktuell mit der Suche nach der Wahrheit in einem Meer von Hate Speech, Fake News und
erschwörungsideologien auseinandersetzen muss, einnehmen kann, um die Chance auf ein gelingendes (Über-)Leben – für sich und für alle – zu erhöhen. Dabei versucht der Film nicht nur inhaltlich Relevantes, sondern auch Charaktervolles von Postman, z.B. seine unmissverständliche, klare Haltung zur Thematik und seinen Humor aufzugreifen. Ferner kann das Video als eine Anregung für Empowerment in der Sozialen Arbeit gesehen werden.

Verwendete Literatur:

Kloock, Daniela und Spahr, Angela (2012) Medientheorien. Eine Einführung. 4., aktualisierte Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink.
Pörksen, Bernhard (1995) „Wir stopfen uns mit zerstörerischem Wissen voll“. Ein Gespräch mit Neil Postman. In: Augen-Blick. Marburger Hefte zur Medienwissenschaft.
Heft 20: Pension Sehblick. Essays zum Fernsehen, S. 56-62.
Verfügbar über: https://doi.org/10.25969/mediarep/837 [Letzter Zugriff: 31.07.2020]

Hannah , Marie und Marius Sommersemester 2020

Musik mit freundlicher Genehmigung von Shlulit – Yonatan Zarum; Youtube Link: https://www.youtube.com/watch?v=XTdiiVrvAMo

Filter Bubble

von Studierenden aus dem Sommersemester 2019

Eli Pariser beschreibt 2011 den Begriff „Filter Bubble“ in seinem gleichnamigen Buch. Der Effekt entsteht, wenn
Webseiten durch Algorithmen das Surfverhalten der Nutzer analysieren und auf Basis dieser Daten weitere relevante Inhalte vorhergesagt werden, die für den Nutzer relevant sein könnten. Welche Gefahren die Filterblase
birgt und wie du sie vermeiden kannst, erfährst du in diesem kurzen Clip.

Anmerkung Angelika Beranek: Ob und in welcher Form es eine Filter Bubble gibt ist in der Wissenschaft umstritten. Gesprochen wird u.a. vom Filter Clash.

Homo Deus

von Robert Freudenberg, Korinna Petersen, Sezen Sürer

Über das letzte Jahrhundert hinweg hat sich die Menschheit Hunger, Seuchen und Kriegen erfolgreich gestellt. Aus Erfolg wird Ehrgeiz: als nächstes stehen Unsterblichkeit, grenzenloses Glück und gottgleiche Schöpfungskräfte auf der To-Do-Liste.

Unser Film skizziert die Geschichte der Menschheit und die nächste Stufe der Evolution, die Utopie des Homo Deus und wirft damit unzählige Fragen auf:

– Wie weit sind wir auf diesem Weg, dem Zeitstrahl der Geschichte zum Homo Deus aktuell fortgeschritten?

– Was ist wertvoller, Intelligenz oder Bewusstsein?

– Kann Bewusstsein die Intelligenz fördern, oder schafft es Intelligenz bewusster zu leben?

– Sind Organismen wirklich nur Algorithmen und ist Leben nur Datenverarbeitung?

– Was wird aus unserer Gesellschaft, unserer Politik, uns unserem Alltagsleben, wenn nicht bewusste, aber hochintelligente Algorithmen, uns besser kennen als wir uns selbst?

– Würde ein glückliches Leben mehr auf Intelligenz und funktionierender logischer physischer Überlebensstrategien oder mehr auf Bewusstheit und Fähigkeit basieren, die Sinne spüren, genießen und empathische Interaktion leben zu können?

– Gestalten wir eine binäre Eiszeit, in der Daten, gleich einem Gletscher, alles Leben einfrieren?