Podcast der Medientheoretikerinnen

Neil Postman ist wieder da- er ist von den Toten auferstanden…

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Test: Welcher Typ bist du im Digitalen Zeitalter? Apokalyptiker oder Evangelist?

von Kathrin Mayr / Heidi Boos / Victoria Kraus/ Lena von Ferrari

Hans Magnus Enzensberger, geboren am 11. November 1929 in Kaufbeuren, ist ein deutscher Lyriker, Zeitschriftenbegründer, Essayist und Schriftsteller. Ein Teilaspekt seiner theoretischen Überlegungen zur Digitalisierung bezieht sich auf die Unterscheidung zwischen digitalen Apokalyptikern und Evangelisten.

Aus Mücken Elefanten

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Die Karikaturen wurden von Nadin Beyer gezeichnet und uns zur Verfügung gestellt

 

Der Typ Apokalyptiker zeichnet sich nach Hans Magnus Enzensberger, durch eine selbstzufriedene Art aus. Sie sind sich sicher, zu den wenigen Leuten auf der Welt zu gehören, die über alle Illusionen erhaben sind und die verbreitete Verblendung durchschaut haben. Unabhängig von der Hilfe Dritter, verkünden Apokalyptiker ihre Schreckensmeldungen auf eigene Rechnung und Gefahr. „Das Ende“ soll nach ihrer Einschätzung, ohne dass es alle anderen bemerkt haben, bereits eingetreten sein. Der Vorteil der Medienphilosophie ist für sie dabei, dass in so abstrahierten Ebenen keine Rücksicht auf Tatsachen genommen werden muss.

Den Typ Evangelist beschreibt Hans Magnus Enzensberger als Liebhaber von weltweiter Kommunikation, Vernetzung und dem demokratischen, hierarchieabbauenden System des Internets. Ihnen ist die nachhaltige Nutzung von Ressourcen wichtig, wodurch Harmonie entstehen soll. Ihre Verheißungen befassen sich nicht nur mit den – ihrer Meinung nach mangelhaften – Menschen, sondern blicken über den Horizont dieser Spezies hinaus. Sie blenden Nachteile von digitalen Medien gerne aus und vertrauen der Vollkommenheit von Rechnern. Dabei treten sie in den Cyberspace ein, um die erste Stufe der Befreiung vom eigenen Körper zu erfahren.

Enzensberger gibt an, sich mittig zwischen beiden von ihm beschriebenen Typen zu positionieren. Finde nun selbst in nur ca. 10 Minuten heraus, welcher Typ du bist:

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Unsere Daten und der Technische Fortschritt

Post Privacy – Was nach der Privatheit kommt

Wir hinterlassen immer mehr Daten im Internet und diese werden immer besser ausgewertet. Viele befürchten hier die Entwicklung des gläsernen Menschen und alles Positive sowie Negative was damit in Verbindung steht. Post Privacy beschreibt in dieser Diskussion eine Haltung, nach welcher Datenschutz langsam aufgegeben werden sollte. Ziel ist es die Gesellschaft toleranter füreinander zu machen, da jeder “alles” über jeden weiß.

Die Alternativen, Datensparsamkeit oder Gesetzliche Regulierung werden von Post Privacy Vertretern als kritisch betrachtet. So hat Datensparsamkeit die Nachteile, dass dann nicht am technischen Fortschritt teilgenommen werden kann. Gesetzliche Regulierung und deren Durchsetzung wird nie perfekt sein und oft von den Nutzern selbst umgangen.

Diese Szenarien werden in unserem Kurzfilm mit einfachen, ausdrucksstarken Bildern verdeutlicht.

 

 

Die Filter Bubble

von Marvin Fendt, Anna Hurler und Konstanze Kocher

Vor einigen Jahren sagte Mark Zuckerberg über die Funktionsweise der algorithmischen Filter  von Facebook: „Ein Eichhörnchen, das vor deinem Haus stirbt, ist möglicherweise relevanter für deine Interessen, als die Menschen, die in Afrika sterben.“

Mit diesem Satz beschreibt er einen Effekt, den Eli Pariser unter dem Namen „Filter Bubble“ 2011 bekannt gemacht hat: Webseiten versuchen mithilfe von Algorithmen den Inhalt vorherzusagen, der uns in den Medien interessieren könnte. Das machen sie aufgrund unserer bisherigen gespeicherten Aktivitäten, Vorlieben, Wünsche oder unserer Umgebung.

Song: Aus Mücken Elefanten

von Vanessa Ventur und Isabella Wagner

Wir werden überrannt. Von viel zu vielen Möglichkeiten. Die Sozialen Medien wie Facebook, Twitter & Co. sind allgegenwärtig. Doch was wissen wir darüber? Es geht schon lange nicht mehr nur um die Frage, ob wir sie nutzen sollen oder nicht, sondern wie. Genauso ist es mit Big Data. Die unheimlich große Menge an Daten, z.B. jene, die wir bereitwillig auf Facebook, Twitter & Co stellen, sind dort für andere einsehbar. Na und? mag sich der ein oder andere denken, ich habe sie ja freiwillig preisgegeben. Das lässt sich nicht bestreiten, aber neben den von uns bewusst und gewollt online gestellten Informationen (declared data) entstehen z.B. auch noch sogenannte „inferred data“, Daten, die erzeugt werden, von denen wir aber als Kunden nicht wissen, dass sie erzeugt werden. Wir müssen uns im Klaren sein, dass alle Daten die gesammelt werden auch verwendet werden können und das auf vielerlei Weise. Doch der bewusste und kritische Umgang mit den eigenen Daten ist bei vielen Mediennutzer mehr schlecht als recht.

Darum möchten wir mit einem Lied unsere Mitmenschen weg vom gedankenverlorenen Posten und hin zum kritischen Denken bewegen. Denn nur durch eine kritische Hinterfragung und dem Wissen über die genutzten Medien ist es möglich, diese selbstbestimmt nach den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Ganz nach dem Motto (vgl. Definition Medienkompetenz nach Baacke):

Denken und nicht immer glauben (Medienkritik)

Lernen und nicht nur gebrauchen (Medienkunde)

Die Nutzung kannst du selbst verwalten (Mediennutzung)

Und auch kreativ gestalten (Mediengestaltung)

Noch ein Hinweis: Mit dem Lied wollen wir nicht grundsätzlich jeden kritisieren, der Social Media nutzt.
Es soll vor allem jene ansprechen, die dort unbedacht und ohne jene Reflexion persönliche Inhalte von sich veröffentlichen.
Viele Musiker, die in der Öffentlichkeit stehen, äußern sich medien- und gesellschaftskritisch und erreichen mit ihren Liedern die Bevölkerung. Unser Lied soll dabei ein weiterer Beitrag für die „Medienkritiklandschaft“ sein.

Liedtext zum Download: Aus Mücken Elefanten

Wir wünschen uns, dass sich jeder selbst seine Gedanken zu unserer Karikatur machen kann. Aus diesem Grund möchten wir auch nichts vorweg nehmen. Das Bild soll lediglich die Beobachtungen Kittlers aus dem Jahre 1986 und unsere Beobachtungen aus dem Jahre 2017 gegenüberstellen.
Ist es heute das “Vongolisch“, so war es vor ein paar Jahren noch “Kiezdeutsch“, aber was hat es mit diesen Geheimsprachen auf sich? Geht es darum, Zugehörigkeit zu symbolisieren oder sich klar und deutlich von anderen Gruppen abzugrenzen? Oder kann es gar sein, dass der Mensch durch “Convenience Tools“, wie Smartphone und Co. allmählich beginnt, zu degenerieren und sich dies vornehmlich in seiner Sprache niederschlägt?
Wie entsteht Sprache ?
Wie und warum verändert sie sich ständig und warum gibt sich vor allem die Jugend diesen Entwicklungen hin?

Macht euch selbst eure Gedanken dazu!!!

Kittler KarikaturMaierHottarekPohl

Kittler – in aktueller Sprache